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Liebe Mitchristen der Pfarreiengemeinschaft Goldbach.

Nach 48 Berufsjahren werde ich am 1. September 2021 in den wohlverdienten Ruhestand gehen und so möchte ich mich mit diesem Artikel, der auch im Pfarrbrief zu lesen war, von Ihnen/Euch verabschieden.

Am 1. September 1973 begann ich die Ausbildung zum Mess- und Regelmechaniker und diesen Beruf übte ich nach der Abschlussprüfung bis zum 30. September 2010 aus.
Von 1990 bis 2010 war ich als Diakon im Nebenberuf in St. Wendelin und auch in St. Nikolaus eingesetzt. Das Amt des KAB Präses in Unterafferbach, im Dekanat Aschaffenburg Ost und später als Kreispräses und Präses der KAB Goldbach, wurde mir angetragen.

Ab 1. Oktober 2010 begann meine Dienstzeit als hauptamtlicher Diakon in Goldbach.

Ich konnte also mein Hobby zu meinem Beruf machen. Das war nach reiflicher Überlegung eine gute Entscheidung, das kann ich heute von ganzem Herzen sagen.
Ich habe mich in meinem „neuen Beruf“ sehr wohl gefühlt und ich danke Gott für den Beistand bei all meinen Tätigkeiten.
Danken möchte ich allen, die mich auf meinem Weg begleitet haben.

Besonders meiner Frau Margarete und meinen Kindern, die mir immer den Rücken frei gehalten haben, gerade in der Zeit als Diakon im Nebenberuf.
Danke den Priestern, denen ich eine Hilfe sein durfte und die mich in meinem Dienst bestärkt haben. Danke allen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ohne die ich auf verlorenem Posten gestanden hätte. Danke allen, die für mich und für unsere Gemeinde gebetet haben und/oder auf ihre eigene Art und Weise die gute Sache unterstützt haben.

„Wir sind einander von Gott in die Hand gegeben!“

Das war der Leitspruch bei meiner Diakonenweihe am Oktober 1990.
Ich konnte dies mehr als 30 Jahre lang erfahren, sei es in meiner Familie oder sei es an meinem früheren Arbeitsplatz. Sei es bei meinem Dienst als Diakon im Nebenberuf oder sei es im Dienst als Diakon im Hauptberuf in den letzten 11 Jahren.

Dabei gab es sicher auch Konflikte, die ausgetragen werden mussten.
Ich bitte alle um Verzeihung, denen ich in dieser Zeit nicht so begegnet bin, wie sie es sich vielleicht gewünscht hätten.

Ich fühlte mich in diesen fast 31 Jahren meistens gut aufgehoben und geborgen. In Ihren und Euren Händen - aber ganz besonders in den Händen Gottes.
Er hat mich gerufen, in diesen Jahren begleitet und mich auch auf Wege geführt, die ich allein nicht hätte gehen können.
Ich möchte mich mit der Meditation verabschieden, die mir im Jahr 2000 beim Rückblick auf 10 Jahre meines Dienstes als Diakon einfiel. 20 Jahre danach haben sich die Zahlen etwas erhöht und auch die Tätigkeiten wurden mehr oder haben sich verändert. Trotzdem gilt dies alles noch:

  • 30 Jahre Diakon
  • 30 x 365 Tage = 10950 Tage
  • 10950 mal daran denken:

„Wir sind einander von Gott in die Hand gegeben“

  • Tag für Tag
  • In der Familie mit Frau, Kindern und Enkelkindern
  • Im Betrieb
  • In Vereinen

Daran denken:
„Wir sind einander von Gott in die Hand gegeben“

  • Im Freundeskreis
  • Bei der KAB Unterafferbach und Goldbach
  • Bei Taufgesprächen und Taufen
  • Beim Stark Wochenende mit Firmlingen
  • Beim Zeltlagergottesdienst und Lakefleischessen der KJG
  • Bei Gesprächen mit Brautpaaren
  • Bei Hochzeiten

Daran denken:
„Wir sind einander von Gott in die Hand gegeben“

  • Bei Trauerfällen
  • Beim Sachauschschuss Ehe und Familie
  • Beim Kinderkirchenteam
  • Bei KAB Familienferien
  • Bei der Predigt- und Gottesdienst Vorbereitung
  • Beim Elternabend mit Kommunioneltern oder Firmeltern

Daran denken:
„Wir sind einander von Gott in die Hand gegeben“

  • Beim Dienstgespräch
  • Bei den Ministranten
  • Bei den Sternsingern
  • Beim Jugendteam
  • Bei Haussegnungen
  • Bei Krankenbesuchen und bei der Krankenkommunion
  • Im Seniorenheim
  • Im Kindergarten und der Kinderkrippe
  • Im Kreis der Nachbarschaftshilfe und des Krankenhaus Besuchsdienstes
  • Bei vielen Gratulationen und Gesprächen

Daran denken:
„Wir sind einander von Gott in die Hand gegeben“

  • Beim Bußgottesdienst
  • Beim Martinsfest
  • Bei der Kinderkrippenfeier
  • Bei der Kindersegnung
  • Beim Jahresschlussgottesdienst
  • Beim Pflegen der Internetseite

Daran denken:
„Wir sind einander von Gott in die Hand gegeben“

  • Beim Bibel – Teilen
  • Beim PGR und den Ortsausschüssen
  • Beim Pfarrfest
  • Beim Essen für einen guten Zweck oder für die gute Tag
  • Beim Gottesdienst
  • Bei der Predigt
  • Bei den Caritas Seelsorgern
  • Bei der Caritas Sozialstation St. Stephanus
  • Beim Sozialverein „Hilfreich in Goldbach“

Daran denken:
„Wir sind einander von Gott in die Hand gegeben“

  • Beim Stundengebet
  • Bei Geburtstagsbesuchen
  • Bei vielen Telefonaten
  • Beim Diakonatskreis
  • Bei Fortbildungen

Daran denken:
„Wir sind einander von Gott in die Hand gegeben“

  • Beim Dekanatsausflug
  • Bei der Wochenplanung
  • Bei Zusagen und bei Absagen
  • Bei Arbeit und bei Freizeit
  • In der Corona Pandemie
  • Bei allem, was Ihnen und Euch noch einfällt

Daran denken:
„Wir sind einander von Gott in die Hand gegeben“

Das war, und das ist:

Eine große Aufgabe – doch es hat sich gelohnt und es hat Freude gemacht, Dank der Menschen, die mit gegangen sind und hoffentlich auch weiterhin mit gehen.

Ich freue mich, dass die Diözese Würzburg einen lieben Mitbruder für die nun frei werdende Stelle eingestellt hat und hoffe und wünsche, dass er mit offenen Armen von Ihnen/Euch empfangen wird. Es ist Herr Diakon Jose`- Pierre Mbuku und er wird sich bei vielen Gelegenheiten und im nächsten Pfarrbrief vorstellen.

Auch in der Situation des Umbruchs, der vielen Änderungen in Welt und Kirche bitte ich Euch und Sie, daran zu denken:
„Wir sind einander von Gott in die Hand gegeben“

Ich grüße Euch und Sie alle ganz herzlich und bitte um Euer und Ihr Gebet, auch für meinen Nachfolger Jose`- Pierre Mbuku. Ihr dankbarer Diakon und Mitchrist

Rudi Kraus, Diakon im Ruhestand

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